Mehr als 500 Besucherinnen und Besucher haben am Sonntag den diesjährigen Erntedankgottesdienst der Zwölf-Apostel-Gemeinde Sarstedt-Land gefeiert. Erstmals fand die traditionelle Freiluftfeier auf dem Hof von Heike und Steffen Diers in Klein Lobke statt. Wegen des großen Andrangs reichte die weit geöffnete Scheune kaum aus; viele Gäste verfolgten den Gottesdienst mit mitgebrachten Klappstühlen vom Hof aus.
Vor dem improvisierten Altar türmten sich Kürbisse, Maiskolben, Äpfel und Heuballen zu einem farbenfrohen Erntealtar, über dem eine Erntekrone hing. Die Gaben wurden nach Angaben der Gemeinde im Anschluss an die Tafel in Sehnde weitergegeben. Der Posaunenchor begleitete den Gemeindegesang, Diakonin Elvira Fink führte mit Liedern durch den Vormittag. Trotz herbstlicher Winde blieb das Wetter freundlich.
Konfirmandinnen und Konfirmanden gestalten den Gottesdienst mit
Den Gottesdienst leiteten die Pastoren Yorick Schulz-Wackerbarth und Christoph Tödter. Gestaltet wurde er maßgeblich von den Konfirmandinnen und Konfirmanden der Gemeinde, die sich zugleich der Gemeinde vorstellten.
Vor seiner Predigt erinnerte Schulz-Wackerbarth an die besondere Lage in diesem Jahr: „Es hat lange gedauert, bis es richtig geregnet hat, die Erzeugerpreise sind schlecht. Wir können dankbar sein, dass die Landwirte so eine Ernte eingefahren haben.“ Neben dem Dank an die Landwirtinnen und Landwirte lenkte er den Blick auf den Glauben: Auch Gott zu danken sei Teil des Festes – „die Frage ist nur: warum?“
Predigt über Dankbarkeit und Haltung
Zur Veranschaulichung griff Schulz-Wackerbarth das biblische Gleichnis vom reichen Kornbauern (Lukas 12,13–21) auf, in dem ein wohlhabender Mann immer größere Scheunen bauen will, um seine Ernte zu lagern, und noch in derselben Nacht stirbt. „Wenn ich Landwirt wäre, hätte ich mich damals vielleicht gefragt: Was soll dieses Landwirte-Bashing?“ Entscheidend sei in diesem Gleichnis jedoch nicht der Besitz, sondern die innere Haltung.