Die Hildesheimer Schöpfungslieder sind ein Gemeinschaftswerk: Die Autorin Susanne Brandt und der Musiker Michael Čulo haben Text und Melodie so aufeinander abgestimmt, dass sie leicht ins Ohr gehen – und tief ins Herz. Entstanden ist ein musikalisches Zwiegespräch über Schöpfung, Verantwortung und die Freude am gemeinsamen Singen.
Frau Brandt, wie begann Ihr Weg zu diesem Projekt?
Brandt: Die franziskanische Schöpfungsspiritualität begleitet mich seit vielen Jahren. Als das Bistum Hildesheim fragte, ob ich neue Worte für den Sonnengesang finden könnte, habe ich sofort zugesagt.
Herr Čulo, was hat Sie daran gereizt, diese Texte zu vertonen?
Čulo: Die Bildkraft. Schon beim ersten Lesen hatte ich Melodiefragmente im Kopf. Dazu kam der Wunsch, Lieder zu schreiben, die viele gern und gut mitsingen können.
Wie gelingt es, dass Worte und Musik wirklich zusammenfinden?
Čulo: Texte tragen in sich schon einen Klang. Diesem inneren Ton spüre ich nach. Irgendwann ist der Moment da, wo Text und Melodie wie füreinander gemacht wirken.
Brandt: Manchmal muss man diesen Moment beim Gehen suchen. Ich nehme oft Textfragmente mit auf Spaziergänge, bewege sie in der Natur – so entstehen Bilder, die später im Lied mitschwingen.
Gab es eine Szene, die Ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist?
Brandt: Ja – ein Herbsttag in Lübeck, am Seeufer, mit buntem Laub und kühlem Licht. Diese Stimmung hat in meine Worte hineingefunden.