Den organisatorischen Blick auf die Veränderungen richtete anschließend Pfarrer i. R. Dr. Steffen Bauer in seinem Impuls „Transformation by Design – proaktiv gestalten, damit es gut wird“. Ein „Weiter so“ sei angesichts sinkender Mitgliederzahlen und knapperer Ressourcen unmöglich. Entscheidend sei, ob Kirche den Wandel aktiv gestalte oder nur noch reagiere. Bauer forderte „radikale Ehrlichkeit“ und warnte davor, Veränderung vor allem als Strukturfrage zu verstehen: „Wir reden zu viel über Strukturen, zu wenig darüber, wie wir miteinander umgehen.“ Langfristig werde die bisherige hauptamtliche Versorgungskirche nicht bestehen können; Ehrenamtliche müssten stärker befähigt und Hauptamtliche von Verwaltungsaufgaben entlastet werden.
Wer trägt unpopuläre Entscheidungen?
Schon in der ersten Aussprache wurde deutlich, wie konkret diese Fragen sind. Auf dem von Superintendent Jan von Lingen moderierten Podium diskutierten Diakonin Christine Dörrie, Pastorin und stellvertretende Superintendentin Anke Garhammer-Paul (Kirchenkreis Hildesheim-Sarstedt), Landeskirchenmusikdirektor Benjamin Dippel, Landesbischof Ralf Meister und Pfarrer Dr. Steffen Bauer.
Zur Debatte standen die allgemeine Finanzlage, der absehbare Nachwuchsmangel in der Kirchenmusik und neue Beschäftigungsformen über bisherige Zuständigkeitsgrenzen hinweg. Ein zentraler Streitpunkt: Wer trägt unpopuläre Entscheidungen? Zwar brauche es verbindliche Sparziele, hieß es aus der Runde, welche Gebäude oder Einrichtungen von Kürzungen betroffen sind, dürfe jedoch nicht allein von oben bestimmt werden. Bauer warb für Ehrlichkeit beim Ausmaß der Einschnitte: Wer Einsparungen zu gering ansetze, müsse schon bald wieder nachlegen.
Ideen und Debatten an den Stellwänden