Manchmal beginnt ein neuer Lebensweg nicht mit einem großen Knall,
sondern ganz leise – mit einem beharrlichen Gefühl, das immer wieder
anklopft. Bei Michael Quendler war es genauso. „Da ist noch mehr. Da
wartet ein anderer Weg“, beschreibt der künftige Pastor den inneren
Impuls, der ihn schließlich in den kirchlichen Dienst führte.
Ordination in Katlenburg
Seit dem 1. September begleitet Quendler die Kirchengemeinden
Katlenburg, Suterode, Wachenhausen und Gillersheim. Zu seiner Ordination
durch Regionalbischof Claas Cordemann sind die Gemeinden und alle
Interessierten herzlich am Sonntag, 6. September, um 14 Uhr in die St.-Johannis-Kirche in Katlenburg eingeladen.
Michael Quendlers Weg zur Pastorentätigkeit war dabei alles andere
als geradlinig. Gemeinsam mit seiner Frau Jana führte der gelernte Koch
viele Jahre ein Hotel in Österreich. Zwischen Check-in, Frühstückstrubel
und verwechselten Zimmerschlüsseln lernte er vor allem eines: „Menschen
sind das Wichtigste.“ Eine Erkenntnis, die ihn bis heute begleitet.
Vom Hotelier zum kirchlichen Dienst
Schritt für Schritt führte ihn sein Weg anschließend immer tiefer in die
Kirche. Auf den Lektorendienst folgten die Prädikantenausbildung, die
Notfallseelsorge und ein berufsbegleitendes Studium zum Diakon. Fast
drei Jahre lang übernahm der ehemalige Bad Lauterberger pastorale
Aufgaben im Kirchenkreis Harzer Land. Seit März vergangenen Jahres
absolvierte er außerdem seine Ausbildung zum Pfarrverwalter in der
Corvinusgemeinde Northeim, der Umzug mit seiner Familie nach
Katlenburg-Lindau ist bereits erfolgt. Ganz unbekannt sind ihm seine
neuen Gemeinden deshalb nicht. Bereits Gottesdienste in Katlenburg,
Gillersheim und Suterode hat er gefeiert und erste Begegnungen
gesammelt. Nun möchte er noch mehr von den Menschen, ihren Geschichten
und den Besonderheiten der Gemeinden kennenlernen.
Kirche als Ort für echte Menschen
Dabei hat der Pastor eine klare Vorstellung davon, was Kirche sein soll:
ein Ort für echte Menschen – nicht für perfekte. Für Menschen, die
glauben, zweifeln, fragen, lachen und manchmal auch nicht weiterwissen.
Gott, davon ist er überzeugt, begegnet den Menschen nicht nur in großen
und feierlichen Momenten, sondern mitten im Alltag – beim Spaziergang,
im Gespräch am Gartenzaun oder beim zufälligen Wiedersehen nach Jahren.
Michael Quendler und seine Familie in Katlenburg-Lindau
Auch persönlich ist Michael Quendler bodenständig unterwegs. Mit seiner
Frau Jana, den Kindern Greta und Felix und Hund Angie gehört das kleine
Chaos des Familienalltags für ihn ganz selbstverständlich dazu. Und
Angie sorgt zuverlässig dafür, dass die Familie täglich an die frische
Luft kommt – ob sie nun möchte oder nicht.
Ein neuer Abschnitt für Michael Quendler und die Kirchengemeinden
Jetzt wartet auf alle ein neuer Abschnitt. Michael Quendler möchte
ankommen, zuhören, erzählen, mitfeiern und mit den Menschen gemeinsam
unterwegs sein. Vielleicht führt ihn dabei nicht immer der schnellste
Weg von Kirche zu Gemeindehaus und Friedhof. Aber eines steht fest: Die
Richtung stimmt.
Kirchenkreis Leine-Solling, Mareike Spillner


