In einem musikalischen Gottesdienst in der Göttinger Universitätskirche St. Nikolai ist Dr. Birke Siggelkow-Berner am Sonntagabend in ihr Amt eingeführt worden. Sie übernimmt die Aufgaben als Hochschulpastorin der Evangelischen Studierendengemeinde (ESG) sowie als Beauftragte für Kirche und Schule im südlichen Bereich des Sprengels Hildesheim-Göttingen. Die Einführung nahmen Regionalbischof i.R. Dr. Hans Christian Brandy und Oberkirchenrätin Dr. Michaela Veit-Engelmann vor.
Predigt mit Perspektivwechsel
„Ein besonderer Gottesdienst ist das heute“, sagte Siggelkow-Berner in ihrer Predigt. Und sie ließ keinen Zweifel daran, dass dieses „Besondere“ nicht im Perfekten liegt, sondern im Offenen, im Unfertigen. Der biblische Text von der Tempelweihe Salomos diente ihr als Folie – ein Idealbild von Ordnung und Vollkommenheit. Doch genau dieses Ideal stellte sie infrage. Wenn alles perfekt sei, so die zugespitzte Pointe, dann würden die, die Kirche gestalten, überflüssig. „Ganz ehrlich: Dann bin ich gerne einmal überflüssig“ – nicht, weil ihr Dienst entbehrlich wäre, sondern weil sich seine Rolle verändert: hin zu einem Ermöglichen, das andere stark macht.
Es war ein Gedanke, der in diesem Raum hängen blieb, der an diesem Abend vieles vereinte: Einführung und Aufbruch, Erwartung und Erfahrung. Siggelkow-Berner beschrieb eine Kirche, die sich nicht über ihre Funktionsträger definiert, sondern über das, was sie ermöglicht. Räume, in denen Studierende eigene Ideen entwickeln. Gespräche, nach denen Menschen „ihre eigene Kraft wiederfinden“. Kirche als Ort, der trägt, ohne festzuhalten.