Ihr Weg zur Ordination begann in Hildesheim-Ochtersum, nur wenige Kilometer von ihrer künftigen Gemeinde in Bad Salzdetfurth entfernt: Regionalbischof i.R. Dr. Hans Christian Brandy hat am Sonntag in der St.-Georgs-Kirche in Bad Salzdetfurth Sandra Beverungen zur Pastorin ordiniert. „Was Sandra Beverungen macht, das macht sie intensiv“, betonte Brandy – und das gelte für ihren gesamten Weg. Die 29-Jährige übernimmt damit ihren Dienst in einer Region, die ihr vertraut ist – und bringt zugleich Erfahrungen mit, die weit über Südniedersachsen hinausreichen.
Früh Verantwortung übernommen: Engagement von Kindesbeinen an
Diese Intensität habe früh begonnen, erinnerte der Regionalbischof. Schon als Elfjährige habe Beverungen einen Kindergottesdienst geleitet, weil man ihr etwas zugetraut habe. Dieses Vertrauen sei prägend gewesen. Aus der Mitarbeit im Kinder- und Jugendbereich sei ein Engagement gewachsen, das sie durch Schule, Ausbildung und Studium begleitet habe – getragen von dem Gefühl, Verantwortung übernehmen zu dürfen.
Vom Zahlenraum zur Theologie: Ein bewusster Richtungswechsel
Brandy beschrieb Beverungen als eine Pastorin, die unterschiedliche Räume kennt und verbindet. Nach dem Abitur habe sie zunächst Mathematik und Informatik studiert, sich dann jedoch noch im ersten Semester für die Theologie entschieden. Während des Studiums in Göttingen seien vor allem kirchliche Orte wichtig gewesen, darunter die Evangelische Studierendengemeinde. Dort habe sie verschiedene Formen von Spiritualität kennengelernt, Gottesdienste erprobt, gesungen, gebetet und diskutiert.
Kirche weltweit erleben: Prägende Stationen in Japan und Irland
Diese Offenheit habe sich auch jenseits des Studiums fortgesetzt. Ein Auslandsemester führte sie nach Japan, später folgte ein ökumenisch geprägtes Vikariat in Irland. Diese Stationen hätten ihren Blick geweitet. Man dürfe gespannt sein auf die Geschichten, die sie daraus mitbringe – etwa über japanische Traditionen, christliche Bildsprache oder das Rosenkranzgebet aus protestantischer Sicht. Brandy erwähnte in diesem Zusammenhang auch ein eher ungewöhnliches Hobby der neuen Pastorin: Cosplay.
Zuhören, aushalten, da sein: Pastoraler Dienst im Mittelpunkt
Im Zentrum der Ordination stand das Bibelwort „Ich weiß, dass mein Erlöser lebt“. Brandy beschrieb es als eine Zuversicht, die im Leben erprobt werde – gerade dort, wo Menschen mit Krankheit, Trauer oder Abschied konfrontiert seien. Im pastoralen Dienst gehe es dann nicht um schnelle Antworten, sondern darum, zuzuhören, da zu sein und gemeinsam auszuhalten, was schwer sei.
Kirche im Wandel: Mit Zuversicht und Mut in die Zukunft
Rückläufige Mitgliederzahlen und knapper werdende Ressourcen stellen die Kirche vor große Veränderungen. Umso größer sei sein Respekt vor jungen Pastorinnen und Pastoren, die ihren Dienst mit Nüchternheit und Elan anträten. Veränderungen seien schmerzhaft, eröffneten aber auch die Chance, Kirche neu zu denken und Neues auszuprobieren.
An der Ordination wirkten zahlreiche Haupt- und Ehrenamtliche mit. Bei einem anschließenden Empfang im Gemeindehaus begrüßten Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Zivilgesellschaft und der katholischen Kirche die neue Pastorin.
Sprengel Hildesheim-Göttingen/ gmu