Regionalbischof i.R. Dr. Hans Christian Brandy und Oberkirchenrätin Dr. Michaela Veit-Engelmann führen am Sonntag, 3. Mai, Birke Siggelkow-Berner in Göttingen in ihr Amt als Hochschulpastorin der Evangelischen Studierendengemeinde (ESG) ein. Gleichzeitig übernimmt sie die Aufgabe als Beauftragte für Kirche und Schule im Sprengel Hildesheim-Göttingen für den Südbereich. „Sie wird mit ihrer theologischen Kompetenz und ihrer pastoralen Erfahrung für viele Studierende wie auch für Religionslehrkräfte eine verlässliche Ansprechpartnerin sein und Räume für Begegnung und Glauben öffnen“, sagt Brandy. „Wir freuen uns, dass wir mit Birke Siggelkow-Berner eine Kollegin gewinnen, die selbst bereits in Schule und Gemeinde tätig war und ihre vielfältigen Erfahrungen in ihr neues Arbeitsfeld einbringt“, ergänzt Veit-Engelmann als Leiterin des Referats Schule und Hochschule der Landeskirche Hannovers. Der Gottesdienst in der Universitätskirche St. Nikolai beginnt um 19 Uhr.
Rückkehr zu den Wurzeln
Für Siggelkow-Berner ist der Wechsel nach Göttingen eine Rückkehr: Nach mehreren Jahren als Pastorin in Schleswig-Holstein kommt sie in die hannoversche Landeskirche zurück: „Hier liegen meine Wurzeln – privat wie beruflich in vielerlei Hinsicht.“
Beruflicher Werdegang und theologische Ausbildung
Die 49-Jährige studierte Evangelische Theologie in Göttingen und wurde im Neuen Testament promoviert. Sie arbeitete unter anderem als Schulpastorin an der Paul-Gerhardt-Schule in Dassel und an einer Berufsschule in Hann. Münden, später als Gemeindepastorin in Neumünster. Zuletzt war sie parallel in der Gemeinde und als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Theologischen Fakultät in Göttingen tätig.
Neue Doppelaufgabe: Kirche, Schule und Hochschulgemeinde
„Da laufen für mich viele Fäden zusammen“, sagt Siggelkow-Berner über ihre neue Doppelaufgabe. In der Arbeit mit Schulen gehe es darum, „Kirche als Lebensraum erfahrbar zu machen – als geistlichen, sozialen und diakonischen Ort“. Zugleich sollten Impulse aus der Schule in die Gemeinden zurückfließen. Sie ist für die Kirchenkreise Göttingen-Münden, Harzer Land und Leine-Solling zuständig.
Auch die ESG versteht sie als Ort zwischen verschiedenen Welten. Studierende bewegten sich in einem Umfeld von Lernen und Leistungsanforderungen. Die Hochschulgemeinde könne einen bewusst anderen Raum für Begegnung, Beratung und gemeinsames Leben bieten. „Dass die ESG ein geistlicher Ort ist, prägt unsere Arbeit natürlich. Es steht aber bei vielen Aktivitäten nicht im Vordergrund, die ein offenes Angebot für alle sein sollen.“
Seelsorge, Leistungsdruck und interreligiöse Arbeit
Ein zentrales Thema ist für Siggelkow-Berner der Leistungsdruck junger Menschen. Seelsorge bedeute hier oft erst einmal Entlastung: „Dass die Leistung das eine ist – dein Wert und deine Würde als Mensch etwas anderes.“
Zur Arbeit der ESG gehören zudem interreligiöse Kontakte, etwa zur muslimischen und zur jüdischen Hochschulgruppe, sowie queersensible Angebote in der Gruppe „Kreuz und Queer“ und in besonderen Gottesdiensten.
Siggelkow-Berner beschreibt ihre Arbeit als eine Wechselbewegung „zwischen Glauben und Verstehen“. Ihr Ziel sei, dass Menschen sagen könnten: „Ich habe hier eine gute Erfahrung mit Kirche gemacht.“
Sprengel Hildesheim-Göttingen/ gmu