Osterode: Ordination von Annika Heuerding

Osterode, 30. August 2026

„Wenn mir als Kind jemand gesagt hätte, dass ich mal Pastorin in Osterode am Harz werde, hätte ich gesagt: Auf keinen Fall!“ Mit diesen Worten stellte sich Annika Heuerding in ihrem Ordinationsgottesdienst vor. Doch alles, was andere über sie sagten, machte den Eindruck, als sei genau dieser Weg in die Gesamtkirchengermeinde Osterode für sie genau der richtige gewesen. 
Sie habe in Krippenspielen zuerst einen der Hirten, dann sogar die Maria gespielt, fasste Regionalbischof Dr. Claas Cordemannn ihren bisherigen Lebensweg zusammen, und nun sei sie hier im Harz, habe sogar schon die goldene Wandernadel und strebe als nächstes an, Wanderkaiser zu werden. „Und da sage noch jemand, es gebe keine Karriere in der Kirche!“, kommentierte er augenzwinkernd. 
Wieder ernst zitierte er „Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege“ (Psalm 119, 105) Annika Heuerdings Ordinationsspruch. Dieser besage nicht, dass bei Gott alle Wege hell erleuchtet sind, wohl aber der nächste Schritt. So war es wohl auch für die junge Pastorin auf ihrem Weg hierher und so könne jeder von uns dieses Vertrauen in den nächsten Schritt haben. Ganz ähnlich übrigens wie beim Wandern, merkte er an. 

Vor allem aber sei Annika Heuerdings und auch unser Weg immer einer, den wir nicht alleine gehen. Daher appellierte er an ein menschliches Miteinander auf diesem Weg, einander zuzuhören und respektvoll miteinander umzugehen. Genau das brauchen wir in unserer Zeit dringend, mahnte er. Wir alle können es in unserem Umfeld bewirken. „Du bist mit dafür verantwortlich, welcher Geist um dich herum herrscht.“ Den Geist der Liebe Jesu auszustrahlen, sei der Kern christlicher Lebensführung. 
Dass die neue Osteroder Pastorin in ihrer Gemeinde genau dafür sorgen wird, daran bestand kein Zweifel. Pastorin Christina Abel als ihre Begleiterin im Vikariat in Duderstadt lobte sie als jemand, der zuhören kann, Teamplayerin ist und mitten im Leben steht, so dass sie den Menschen nahe ist. „Auf eine sanfte Art hat sie eine ungeheure Kraft“, sagte sie. 
Nach der feierlichen Ordination durch Dr. Cordemann überreichte Superintendentin Ulrike Schimmelpfeng die offizielle Urkunde und freute sich ebenfalls, Annika Heuerding im Team zu haben. Pastor Sascha Barth dankte Miriam Schmidt, Friedhelm Meinecke und Rolf Wulkop für die Unterstützung in der Vakanzzeit und sagte zu seiner neuen Kollegin: „Danke, dass Gott dich zu uns geschickt hat.“ 

Ja, so ist das mit den Wegen. Manchmal wissen wir nicht, ob wir selbst uns für sie entschieden haben oder jemand anderes uns führt. Doch es ist schön, dass die Gemeinde in Osterode nun mit einem starken Team zuversichtlich weiter Schritt für Schritt in die Zukunft gehen kann. Denn auch eine noch relativ junge Gesamtkirchengemeinde, so merkte der Regionalbischof noch an, müsse sich erst einmal aufeinander einspielen und da seien zweieinhalb Jahre noch der Anfang des Weges. Für ihn selbst war es übrigens in seinem neuen Amt der erste Besuch im Kirchenkreis Harzer Land und die erste Ordination. Auch da wird es sicher noch einige weitere gemeinsame Schritte geben, auf die viele dank einer ebenso lebensnahen wie kraftvollen Predigt sehr gespannt sind. 

Kirchenkreis Harzer Land/ Christian Dolle

Autor

Christian Dolle

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Die ev.-luth. Gesamtkirchengemeinde Osterode am Harz besteht seit Anfang 2024. Sie vereint sieben Ortskirchengemeinden in Osterode, Lasfelde und Lerbach und zählt rund 6.700 Gemeindeglieder. Dazu gehören die Kreuzkirche, St. Aegidien, St. Jacobi, St. Marien, Zum guten Hirten, die Kirche in Lerbach sowie die St.-Simon-und-Judas-Kirche in Lasfelde. Auch die Kapellen in Riefensbeek-Kamschlacken und Uehrde gehören zum kirchlichen Leben der Gemeinde. Als eine der ersten Gesamtkirchengemeinden in Südniedersachsen bündelt sie Angebote, Personal und Verantwortung, während die örtlichen Gemeinden mit ihren eigenen Traditionen erhalten bleiben.

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