„Dann werde doch Pastor“: Michael Grabbe wird ordiniert

Rosdorf/ Obernjesa, 15. September 2026
Michael Grabbe. F: Müller

„Dann werde doch Pastor …“: Das soll sein Großvater schon zu ihm gesagt haben, als Michael Grabbe noch ein Kind war, erzählt der 54-Jährige mit einem breiten Lächeln. Einige Jahrzehnte später ist es am Samstag nun tatsächlich soweit: Regionalbischof Dr. Claas Cordemann ordiniert Grabbe in der Rosdorfer St.-Johannis-Kirche zum Pastor. „Michael Grabbe bringt für den Pfarrberuf einen großen Schatz an Erfahrungen mit“, würdigt ihn Regionalbischof Cordemann. „Er kennt Kirche aus ganz unterschiedlichen Perspektiven – aus der Verwaltung ebenso wie vom Gottesdienst, aus der Seelsorge und aus der Arbeit mit den Menschen vor Ort.“

Sieben Kirchengemeinden und elf Kirchtürme: Grabbe arbeitet künftig im Team des Pfarramtes Obernjesa im Kirchengemeindeverband Friedland-Rosdorf mit.

Vom Kirchenamt Göttingen-Münden ins Pfarramt

Geradlinig war sein Weg ins Pfarramt nicht: Beruflich führte ihn sein Weg zunächst zur Stadt Göttingen und später ins Kirchenamt Göttingen-Münden. Dort war er stellvertretender Amtsleiter und zugleich Leiter der Abteilung „Haushalt und Finanzen der Kirchengemeinden“.

Langjährige Erfahrung in Gottesdienst und Seelsorge

Doch bei Zahlen und Haushaltsplänen blieb es nicht, auch darüber hinaus war Kirche eine Konstante in seinem Leben: Seit Jahrzehnten sitzt Grabbe immer wieder auf der Orgelbank. Er bildete sich zunächst zum Lektor, dann zum Prädikanten weiter, arbeitete neben seiner Tätigkeit im Kirchenamt im Pfarramt Obernjesa mit. Es folgten ein Seelsorgekurs am Zentrum für Seelsorge in Hannover, die Ausbildung zum Notfallseelsorger und ein Bestattungskurs für Prädikanten.

Arbeit mit den Menschen rückt in den Mittelpunkt

Immer stärker rückte dabei die Arbeit mit den Menschen in den Mittelpunkt. „Ich mache gerne Kasualien – Beerdigungen, Hochzeiten. Den Menschen nahe sein“, sagt er. Gerade in den besonderen Momenten des Lebens wolle er begleiten und Glaubensinhalte vermitteln.


Bestärkt durch Pastorin Dr. Dagmar Henze und Göttingens Superintendent Dr. Frank-Albrecht Uhlhorn begann Grabbe Anfang letzten Jahres seine Ausbildung zum Pfarrverwalter in Hann. Münden. In der Stadtkirchengemeinde sammelte er bei Pastorin Almuth de Buhr-Böckmann weitere Erfahrungen darin, „Kirche auf dem Dorf zu gestalten“ – auch mit ungewöhnlichen Ideen wie etwa einer Fahrt mit dem Fahrrad bei einer Konfirmation durch die Kirche, oder einem Baustellenschild bei seinem Abschiedsgottesdienst.

Neue Aufgabe im Pfarramt Obernjesa und in Friedland-Rosdorf

Nun wird er die Pfarrstelle des Pfarramtes Obernjesa übernehmen und Teil des Pfarrteams in der Region Friedland-Rosdorf, die ihm bereits vertraut ist: „Ich bin wirklich froh und freue mich auf die künftige Aufgabe – und zugleich fühle ich mich demütig."

Der Satz seines Großvaters hat damit, viele Jahre später, doch noch recht behalten.

Sprengel Hildesheim-Göttingen/ gmu

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Weitere Informationen

Die Pfarrverwalter*innenausbildung der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers eröffnet einen besonderen Quereinstieg in den Pfarrdienst. Die Ausbildung dauert 18 Monate und verbindet praktische Arbeit in einer Kirchengemeinde mit theologischen und pastoralen Inhalten wie Predigt, Seelsorge und Kasualien. Voraussetzung sind unter anderem die Mitgliedschaft in der Landeskirche Hannovers sowie mindestens zehn Jahre aktive Mitarbeit in Kirchengemeinden und Erfahrung mit Gottesdienst und Predigt. Pro Jahr werden bis zu acht Personen ausgewählt. Nach erfolgreichem Abschluss folgt die Ordination.

Pfarrverwalterausbildung

Autor

Gunnar Müller