Michael Quendler: Smutje, Hotelier, Pastor

Katlenburg, 10. September 2026

Auf Containerschiffen hat Michael Quendler als Smutje die Weltmeere bereist, später leitete er ein Vier-Sterne-Hotel. Am vergangenen Sonntag hat Regionalbischof Dr. Claas Cordemann in der St.-Johannes-Kirche in Katlenburg nun Michael Quendler zum Pastor ordiniert. Mit ihm feierten nicht nur Menschen aus seiner neuen Gemeinde, sondern auch viele Freunde und Wegbegleiter aus den ganz unterschiedlichen Stationen seines Lebens.

„Das ist eine breite Lebenserfahrung“, sagte Cordemann mit Blick auf Quendlers ungewöhnlichen Weg ins Pfarramt. Denn beim Koch und Hotelier blieb es nicht. Über den Kirchenvorstand in Bad Lauterberg, die Notfallseelsorge und die Ausbildung zum Lektor, Prädikanten, Diakon und Pfarrverwalter führte Quendlers Weg schließlich in den Kirchenkreis Leine-Solling. Heute ist er für die Gemeinden Katlenburg, Suterode, Wachenhausen und Gillersheim da.

Dass hinter diesem Weg nicht nur viele berufliche Stationen, sondern auch viel Unterstützung steht, machte Quendler im Gottesdienst deutlich. Seiner Familie, die ihn durch die Veränderungen begleitet habe, kündigte er mit einem Augenzwinkern an: Ruhiger werde es vermutlich auch künftig nicht – „aber zumindest anders“.

Regionalbischof Cordemann stellte seine Predigt unter Quendlers Ordinationsspruch „Sei getrost und unverzagt“. Im Alten Testament spricht Gott diese Worte zu Josua, als dieser nach Mose Verantwortung für das Volk Israel übernimmt. „Michael Quendler ist weder Mose noch Josua, und vorher waren das hier auch keine Wüstenzeiten“, sagte Cordemann lächelnd.

Doch in der biblischen Geschichte stecke etwas, das auch für kirchliche Arbeit gelte: Menschen beginnen selten bei null. Sie setzen fort, was andere angefangen haben. Sie ernten, was andere gesät haben, und säen wiederum für diejenigen, die nach ihnen kommen. Geistliches Wachstum brauche Zeit, weil es tief verwurzelt sein müsse.

Quendlers Lebensweg zeige zugleich, so Cordemann, dass ein Weg nicht immer gerade verlaufen müsse, um ans Ziel zu führen. Quendler selbst dankte besonders Pastor Horst Reinecke und Pastorin Brigitte Hirschmann für wichtige Anstöße und die Begleitung auf seinem Weg. Pastor Dr. Jens Gillner galt sein Dank für die gemeinsamen Schritte „auf den letzten Metern“ in der Corvinusgemeinde in Northeim.

Nach dem Gottesdienst wurde im Schatten der Kirche weitergefeiert. Dort trafen Menschen aus Quendlers neuer Gemeinde auf Wegbegleiter aus früheren Jahren – aus Kirche, Beruf und Ausbildung. Was zuvor im Gottesdienst erzählt worden war, wurde dabei beinahe sichtbar: Viele unterschiedliche Wege gehören inzwischen zu der Geschichte, die Michael Quendler nach Katlenburg geführt hat.

Und nun beginnt dort ein neues Kapitel.

Fotos und Text: Kirchenkreis Leine-Solling, Christian Dolle

Autor

Christian Dolle

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Die Pfarrverwalter*innenausbildung der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers eröffnet einen besonderen Quereinstieg in den Pfarrdienst. Die Ausbildung dauert 18 Monate und verbindet praktische Arbeit in einer Kirchengemeinde mit theologischen und pastoralen Inhalten wie Predigt, Seelsorge und Kasualien. Voraussetzung sind unter anderem die Mitgliedschaft in der Landeskirche Hannovers sowie mindestens zehn Jahre aktive Mitarbeit in Kirchengemeinden und Erfahrung mit Gottesdienst und Predigt. Pro Jahr werden bis zu acht Personen ausgewählt. Nach erfolgreichem Abschluss folgt die Ordination.

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