„Was für ein Lebensweg“: Michael Grabbe wird Pastor in Obernjesa

Rosdorf/ Obernjesa, 22. September 2026

Michael Grabbe hat in der Region schon an vielen Stellen Kirche mitgestaltet – an der Orgel, im Kirchenvorstand, als Lektor und als Prädikant. Nun übernimmt er eine neue Rolle: Regionalbischof Dr. Claas Cordemann hat den 54-Jährigen in der St.-Johannis-Kirche in Rosdorf zum Pastor ordiniert. „Was für ein Lebensweg“, sagte Cordemann in seiner Predigt. Künftig arbeitet Grabbe hauptamtlich im Pfarramt Obernjesa im Kirchengemeindeverband Friedland-Rosdorf mit.

Ordination von Michael Grabbe stößt in Rosdorf auf großes Interesse

Wie groß das Interesse an diesem Schritt war, zeigte sich schon vor Beginn des Gottesdienstes: Bereits eine halbe Stunde vorher waren alle Sitzplätze besetzt. Später saßen Besucher auf den Stufen zur Empore, anderen blieb nur ein Platz in der Vorhalle. Cordemann sprach von einer Rückkehr: Grabbe sei hier aufgewachsen, seit mehr als 20 Jahren in unterschiedlichen kirchlichen Aufgaben präsent und komme nun in neuer Rolle zurück – nicht mehr ehrenamtlich als Prädikant, sondern als Pastor.

Michael Grabbe wechselt vom Kirchenamt ins Pfarramt Obernjesa

Der Leiter des Kirchenamtes Göttingen-Münden, Steffen Creydt (l.), gratuliert nach der Ordination seinem früheren Stellvertreter Michael Grabbe. F: Müller

Mehr als zwei Jahrzehnte arbeitete Grabbe im Kirchenamt Göttingen-Münden, zuletzt als stellvertretender Amtsleiter und Leiter der Abteilung „Haushalt und Finanzen der Kirchengemeinden“. Zugleich blieb er eng mit der Gemeindearbeit verbunden. Cordemann würdigte diese Breite an Erfahrungen mit der rhetorischen Frage: „Was haben Sie eigentlich noch nicht gemacht?“ Zum beruflichen Weg kamen die Ausbildung zum Lektor und Prädikanten, die Notfallseelsorge und seit 2020 die Mitarbeit in einem multiprofessionellen Team.

Quereinstieg: So wurde Michael Grabbe Pastor

Immer wieder hätten Menschen Grabbe ermutigt, noch einen Schritt weiterzugehen, sagte Cordemann. Besonders wichtig sei dabei Pastorin Dr. Dagmar Henze gewesen. Schließlich absolvierte Grabbe über die Pfarrverwalterausbildung in der Stadtkirchengemeinde Münden den Quereinstieg in den Pfarrberuf. Was er aus Verwaltung, Gemeinde, Seelsorge und Musik mitbringe, sei ein „echter Schatz“ für die neue Aufgabe, so der Regionalbischof.

Zu dieser Aufgabe gehöre auch der Respekt vor der Verantwortung: Als Pastor und Seelsorger begleite Grabbe Menschen durch Höhen und Tiefen des Lebens. Unsicherheit sei dabei eben kein Zeichen mangelnder Eignung, machte Cordemann deutlich. „Es ist ein Qualitätszeichen pastoraler Arbeit, wenn einem vor diesem Amt auch immer mal wieder die Knie schlottern“, sagte er – und ließ die ernste Aussage in eine Pointe münden: „Wie gut, dass wir einen Talar tragen.“

Dieser Bibelvers begleitet Michael Grabbe als Pastor

Auch Grabbes Ordinationsspruch spiegelte diesen Respekt wider: „Fürchte dich nicht, denn ich bin bei dir, spricht der Herr“, heißt es im Buch des Propheten Jeremia im Alten Testament. Jeremia wird von Gott berufen, hält sich zunächst aber für zu jung und der Aufgabe nicht gewachsen. Cordemann nahm dieses Zögern auf: Auch eine gewünschte neue Aufgabe könne plötzlich groß erscheinen. Vertrautes werde zurückgelassen, der weitere Weg sei offen. Gerade dann könne ein solcher Zuspruch „den Rücken stärken“.

Für Grabbe reicht dieser Satz weit zurück. Er ist nicht nur sein Ordinations-, sondern zugleich sein Konfirmationsspruch. Als Jugendlicher habe er ihm noch wenig gesagt, so Cordemann. Heute gewännen dieselben Worte neue Bedeutung. Pastor i.R. Reinhard Garbe, der Grabbe den Spruch seinerzeit zur Konfirmation ausgesucht hatte, war unter den Gästen in Rosdorf.

Stehende Ovationen für Michael Grabbe nach der Ordination

Musikalisch war der Gottesdienst breit aufgestellt: An der Orgel spielte Domkantorin Elke Lindemann aus Braunschweig, hinzu kamen Kirchenkreispopularmusiker Rüdiger Brinkhorst und der Posaunenchor Groß Schneen unter Leitung von Harald Meyer. Zu den Liedern gehörte – passend zum Neuanfang – „Vertraut den neuen Wegen“.

Nach der Handlung erhob sich die Gemeinde zu langem Applaus und stehenden Ovationen. Für den Neuanfang wünschte Cordemann dem neuen Pastor, den Gemeinden und dem Team Mut zur Veränderung, Hoffnung und Lust auf die gemeinsame Zukunft.

Sprengel Hildesheim-Göttingen/ gmu

Weitere Informationen

adsfasfd asdfasdf asdfsadf

adsf

asdfadsfasfd